
Cottbus
12. Juni 2004
Drei afrikanische Studenten wurden gegen 2 Uhr nachts am Rande eines Uni-Festes auf dem Campus von Rechtsextremen rassistisch beschimpft, geschlagen und getreten.
In dieser Chronik informieren wir über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Brandenburg. Die Chronik wird fortlaufend und auch rückwirkend aktualisiert, erhebt aber in keinem Fall einen Anspruch auf Vollständigkeit.
Berücksichtigt werden Vorfälle, die der Opferperspektive gemeldet oder von uns recherchiert werden, sowie Vorfälle, die von staatlichen Stellen oder in den Medien veröffentlicht werden. Taten, bei denen die Beratungsnehmer*innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht. Die Informationslage zu einzelnen Vorfällen unterscheidet sich stark. In einigen Fällen wissen wir über Ort und Datum hinaus wenig mehr als den juristischen Tatbestand. In anderen Fällen wiederum verzichten wir bewusst auf genauere Beschreibungen, um die Anonymität der Betroffenen nicht zu gefährden.
Inhaltswarnung: Die hier geschilderten Vorfälle enthalten Tatbeschreibungen und thematisieren zum Teil schwere Gewalt. Die Schilderungen können verstörend und für Menschen, die selbst oder deren Nahestehende ähnliche Erfahrungen erleiden mussten, retraumatisierend sein. Bei der Chronologie handelt es sich um eine „Angriffschronik“, dementsprechend setzen wir die Täter*innen und ihre Handlungen ins Aktiv. Sprache unterliegt ständigem Wandel. Einzelne Begriffe, die in der Vergangenheit selbst in betroffenen Communities z.B. als Selbstbeschreibung verwendet wurden, werden heute von vielen Betroffenen abgelehnt. Wir sind in fortlaufender Diskussion darüber, welche Begrifflichkeiten wir in der Opferperspektive verwenden. Einige ältere Einträge sind aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Sofern sie keine explizit rassistischen oder anders diskriminierenden Ausdrücke beinhalten, belassen wir sie als Zeugnisse ihrer Zeit in der Chronologie.

12. Juni 2004
Drei afrikanische Studenten wurden gegen 2 Uhr nachts am Rande eines Uni-Festes auf dem Campus von Rechtsextremen rassistisch beschimpft, geschlagen und getreten.

3. Juni 2004
Zwei chinesische Studenten wurden gegen 20:10 Uhr an der Stadthalle von Rechten verprügelt.

28. Mai 2004
Eine Gruppe von sieben chinesischen Studenten wurde von Rechten im Brunswickpark verprügelt.

20. Mai 2004
Zwei 23- und 38-jährige Inder wurden in Sachsendorf von mehreren Männern aus einem Auto heraus beleidigt. Dann stiegen die Männer aus und verprügelten die Inder.

30. April 2004
Ein 28-jähriger Student aus Ghana wurde gegen 17 Uhr vor einem Supermarkt in der Hallenser Straße von einer Gruppe Rechter rassistisch beschimpft und mit Bier und Wasser bespritzt. Ein weiterer ... Mehr anzeigen

8. Februar 2004
Der türkische Betreiber eines Dönerimbisses wurde von mehreren Rechten rassistisch beschimpft und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er erlitt einen Nasenbeinbruch.

25. November 2003
Ein 37-jähriger Vietnamese wurde gegen 22:40 Uhr an einer Bushaltestelle in der Lauchhammer Straße aus einer Gruppe von zehn Rechten angepöbelt, von drei Jugendlichen verfolgt, geschlagen und getreten. Der Mann ... Mehr anzeigen

27. September 2003
Ein schwarzes Paar wurde in der Straßenbahn von Rechten beleidigt und bedroht. Ein Mann, in Begleitung seines 9-jährigen Sohnes, mischte sich sein. Er wurde von den rechten Jugendlichen in der ... Mehr anzeigen

16. August 2003
Nach einem Konzert wurde ein junger Mann in der Cottbuser Parzellenstraße von Rechtsextremen angegriffen und verletzt.

8. Juni 2003
Zwei Studenten aus China, eine 24-jährige Frau und ein 30-jähriger Mann, wurden von einer Gruppe von etwa einem Dutzend Rechter im Brunschwigpark angepöbelt, der Mann wurde getreten.

7. Juni 2003
Drei 17- und 18-jährige Jugendliche wurden durch Faustschläge am Kopf verletzt, als ihre Gruppe zwischen Mitternacht Uhr und 1 Uhr am Ströbitzer Badesee von einer Gruppe von Hooligans und Rechten ... Mehr anzeigen

2. Mai 2003
Neben einem Afrikaner, der gegen 20 Uhr in der Cottbuser Karl-Marx-Straße unterwegs war, hielt ein mit mehreren Jugendlichen besetztes Auto. Diese beleidigten den Mann. Sie spuckten ihn an und beschimpften ... Mehr anzeigen

23. April 2003
Gegen 20 Uhr wurde eine kurdische Frau von einem deutschen Mann in einer Straßenbahn in Cottbus-Sachsendorf rassistisch beleidigt. Als sie ausgestiegen war, wollte sie fliehen. Der Mann verfolgte sie. Er ... Mehr anzeigen

11. Januar 2003
Drei Russlanddeutsche wurden am Abend in der Hutungstraße von sechs Rechten geschlagen, getreten und mit einem Messer verletzt. Eines der Opfer erlitt Verletzungen am Hals und Oberarm. Dem anderen Mann ... Mehr anzeigen

19. Oktober 2002
Ein 25-jähriger Student aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde gegen 15 Uhr auf der Spremberger Straße von fünf Rechten rassistisch beleidigt. Als er sie zur Rede stellen wollte, wurde er ... Mehr anzeigen

3. September 2002
Ein jordanischer Arzt und seine Tochter wurden vor einem Supermarkt im Stadtteil Sachsendorf von fünf Rechten rassistisch beschimpft und angegriffen. Dem Arzt wurden drei Schläge gegen Brust und Bauch versetzt. ... Mehr anzeigen

2. August 2002
Ein 38-jähriger Kubaner wurde hinter einer Tankstelle im Stadtteil Sandow von drei Rechten zusammengeschlagen. Vorher hatten sie gebrüllt: »Ausländer raus – alle Ausländer müssen sterben«. Das Opfer wurde mit Stauchungen ... Mehr anzeigen

2. Juli 2002
Eine junge Frau wurde an einer Straßenbahnhaltestelle in Schmellwitz von sechs Rechten angegriffen. Sie wurde getreten und geschlagen, als sie auf dem Boden lag.

23. Juni 2002
30 vermutlich Rechte überfielen ein Fest der Freiwilligen Feuerwehr im Cottbusser Stadtteil Sielow. Sie warfen mit Flaschen und Partybänken, traten ein Mädchen in den Bauch und schlugen einen Mann, bis ... Mehr anzeigen

16. Juni 2002
Ein junger Mann wurde kurz vor Mitternacht auf der Friedrich-Ebert-Straße von einem Rechten mit den Worten »Ey, du Scheiß-Zecke« angegriffen. Er schlug ihn mehrmals mit der Faust ins Gesicht, trat ... Mehr anzeigen

14. Juni 2002
Zwei alternative Jugendliche wurden in einer Gaststätte in der Innenstadt von einem Rechten ins Gesicht geschlagen. Vorher hatte eine etwa 40-köpfige Gruppe Rechter die Gruppe der alternativen Jugendlichen bis in ... Mehr anzeigen

6. Juni 2002
Drei Asylbewerberinnen aus Kamerun wurden am Stadtrand von zwei rechten Männern und einer Frau verfolgt. Eine von ihnen wurde geschubst und fiel hin. Anschließend wurde sie mit Füßen getreten. Dabei ... Mehr anzeigen

24. Mai 2002
Zehn alternative Jugendliche wurden gegen 22 Uhr im Puschkinpark von mindestens 30 Rechten angegriffen. Zwei der Jugendlichen wurden verletzt und mussten sich in ambulante Behandlung begeben.

4. Mai 2002
Zwei Jugendliche wurden am Puschkinpark von einer Gruppe Rechter mit »rote Sau« und »… verrecke« beschimpft und verfolgt. Einer konnte mit dem Nachtbus entkommen, dem anderen wurde eine Bierflasche über ... Mehr anzeigen

15. Februar 2002
Drei Jugendliche wurden an der Kreuzung Bahnhofstraße/Berliner Straße von zwei Neonazis angegriffen. Einer der Jugendlichen wurde dabei verletzt und musste etwa zehn Tage im Krankenhaus verbringen.

7. Oktober 2001
Gegen zwei Uhr in der Nacht griff eine 30-köpfige Gruppe Rechtsextremer die Besucher des Jugendhauses »Glad House« mit Baseballschlägern an. Den überwiegend linksorientierten Besuchern gelang es, sich zur Wehr zu ... Mehr anzeigen

17. August 2001
Eine iranische Familie wurde verfolgt und verprügelt. Als die dreiköpfige Familie an einer Gaststätte vorbeigingen, wurden sie von rassistischen Jugendlichen angepöbelt und beleidigt. Die Familie fühlte sich bedroht und flüchtete. ... Mehr anzeigen

24. Februar 2001
Ein linksorientierter Punk wurde auf dem Weg zu einem Konzert im Klub »Südstadt« auf dem Brandenburger Platz angegriffen. Aus einer Gruppe von acht einheitlich gekleideten Jugendlichen heraus wurde der Punk ... Mehr anzeigen

3. Januar 2001
Vier Menschen wurden von vier Rechtsextremen im Alter von 17 bis 24 Jahren verletzt. Unter den Opfern waren zwei 16-Jährige, ein libanesischer Asylbewerber und ein 44 Jahre alter Mann. Alle ... Mehr anzeigen

19. November 2000
Musiker der Berliner Ska-Band »Mothers Pride«, darunter ein dunkelhäutiger Bassist, wurden von rechtsgerichteten Türstehern und Sicherheitsleuten des Clubs »E-Werk« angepöbelt, als »Niggerfreude« beschimpft sowie geschlagen und getreten.