Urteilsverkündung am Landgericht Potsdam: Versuchter Brandanschlag auf Jugendclub
Die Angeklagten müssen sich wegen des Vorwurfs der „Verabredung zu einem Verbrechen“ verantworten. Ein Zeuge hatte am Abend des 4. Juni 2005 die Polizei verständigt, weil sich mindestens 16 Rechte in der Nähe des als …
Zunahme rechtsmotivierter Gewalttaten in Ostdeutschland
Recherchierte Gewalttaten Im Jahr 2006 erlangten die Opferberatungsstellen in den neuen Bundesländern und Berlin Kenntnis von insgesamt 819 (2005: 694) rechtsmotivierten Gewalttaten. Dies waren 125 Angriffe mehr als im Vorjahr. Die meisten Fälle wurden in …
Berufungsverhandlung wegen eines rassistischen Angriffs
Karsten F. (28), Manuel F. (35) und Nico G. (28) trafen am 6. August 2005 an einer Bushaltestelle vor dem Flüchtlingsheim am Lerchensteig in Potsdam auf eine Gruppe von vier Flüchtlingen, die mit einer deutschen …
Potsdam: Freispruch nach Konflikt mit der Bundespolizei
Die Strafanzeige gegen den aus Kamerun stammenden Sozialwissenschaftler Christopher N. (38) ist datiert auf den 17. Juli 2004. Ein Dienststellenleiter der Bundespolizei hatte sie nach einem Einsatz von drei seiner Beamten am Potsdamer Hauptbahnhof gestellt. …
Angriff auf linke Jugendliche glimpflich verlaufen
Im September 2006 wurden in Potsdam zwei Mitglieder der PDS-nahen Jugendorganisation „Solid“ von Rechten angegriffen. Am späten Abend gingen Daniel P. und Norbert M. gemeinsam Richtung Potsdamer Hauptbahnhof nach Hause. Norbert M. trug ein T-Shirt …
Rechte Gewalt in Brandenburg: Rückgang, aber keine Entwarnung
Die erfassten Straftaten richteten sich nach Kenntnis der Beratungsstelle gegen mindestens 165 Personen. Weitere 71 Personen waren indirekt betroffen, da sie die Geschädigten während der Straftaten begleitet hatten. Knapp 90 Prozent der erfassten Straftaten waren …
Angriff auf Asylbewerber wird am Amtsgericht Guben verhandelt
Ein Asylbewerber aus Indien war am 24. April des vergangenen Jahres mit seiner polnischen Freundin und deren kleinen Tochter spazieren, als ihn drei junge Männer mit den Worten »Scheiß Ausländer« beleidigten. Der Mann aus Indien …
Nur wenige Namen bleiben in Erinnerung
»Das Überzeugende an der Ausstellung ist, dass sie den Opfern rechter Gewalt, die nur kurz in der Presse aufblitzen und nicht im Gedächtnis bleiben, eine Biografie und ein Gesicht gibt«, sagt Barbara Thimm, die pädagogische …
»Diese Gleichgültigkeit kann ich einfach nicht begreifen«
Es ist vor allem die Erfahrung, als Mensch herabgewürdigt zu werden, die die Opfer derart aus der Bahn wirft. Die psychische Verletzung ist viel gravierender als die körperliche, außer bei wirklich lebensgefährlichen Angriffen. Besonders bei …
Rechte Szene in Hennigsdorf: »Fast normale Jugendkultur«
In der Nacht zum 9. August 2006 wurden in Hennigsdorf vier »Stolpersteine« aus der Straße gerissen und gestohlen. Die Messingplatten, die an eine vor den Nazis geflohene jüdische Familie erinnerten, waren im Mai dieses Jahres …
Opferperspektive wird weiter gefördert
Die Arbeit der Opferperspektive wurde 2006 überschattet von dem drohenden Entzug von Fördermitteln, auf die der Verein zur Finanzierung seiner MitarbeiterInnen angewiesen ist. Das CDU-geführte Bundesfamilienministerium hatte angekündigt, den Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt und …
»Eine Stadt, in der viele Neonazis zu Hause sind«
Auf der Veranstaltung bei dem »Mobilen Fachtag« am 29. September 2006 begrüßten Sie es, dass Wittstock mit seinen Problemen in der Öffentlichkeit steht. Warum? Wir sind nun einmal eine Stadt, in der viele Neonazis zu …
Viele kleine Schritte
Mehrmals wöchentlich werden im Land Brandenburg Menschen Opfer rechter Gewalttaten. Für das Jahr 2005 zählt die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt Opferperspektive in Brandenburg 131 Fälle von rechter Gewalt (Stand: 22. April 2006). Die Zahl …
Rechtsextreme aus Wittstock vor Gericht
Die Angeklagten wurden im Mai dieses Jahres durch das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Neuruppin wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheits- bzw. Jugendstrafen zwischen einem Jahr und zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als …
»Es ist alles zutreffend, was in der Anklageschrift steht«
Den beiden Angeklagten war vorgeworfen worden, in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2005 den aus Benin stammenden Bewohner des Flüchtlingsheims Stolpe, Eucker D. (34), angehalten, rassistisch beschimpft und anschließend mit dem Auto …
Mit dem Auto gejagt
Die beiden Täter Andreas S. (21) und Christian M. (20) sollen in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2005 einen aus Afrika stammenden Bewohner des Flüchtlingsheims Stolpe bei Hennigsdorf angehalten, rassistisch beschimpft und …
Stadtpark II
In bisher sechs Verhandlungstagen wurde das Tatgeschehen vom 18. Juni 2005 weitgehend rekonstruiert. Danach kam es gegen 19 Uhr zu einem ersten Zusammentreffen der Rechten mit den Punks, die wegen ihrer Musik als »Scheiß Zecken-Pack« …
Bewährungsstrafen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung
Erstaunt, aber auch wütend wirkten die beiden Angeklagten, als sie heute den Urteilsspruch des Amtsgerichts Potsdam vernahmen. Der arbeitslose Fliesenleger Sebastian M. (25) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten verurteilt. Der Mitangeklagte Thomas L. …
Kevin
Im Juli letzten Jahres war Kevin M. noch Punk, auf dem Kopf hatte er einen pinken Irokesen-Haarschnitt. Grund genug für einen Schläger aus einer rechten Dorfclique aus der Uckermark, Kevin zu verfolgen, zu beschimpfen und …
Wortlose Schläge
Der Überfall auf Markus S. und seinen Begleiter René S. kam ohne Vorwarnung: Wortlos zerfetzte Oliver Oe. das T-Shirt von Markus S.. Als sein Freund René S. sich beschwerte, was dies solle, schlug ihm Oliver …
Prozessbericht: Angriff in Straßenbahn
Am Abend des 18. Juni 2005 stiegen Markus S. und sein Freund René S. in die Straßenbahn der Linie 94 ein. Was sie nicht wussten: in derselben Straßenbahn war ein Gruppe von 25 bis 30 …
Rechtsextremismus fängt im Alltag an
Am Morgen des 15. Juni 2006 traute der Hausmeister der Graf-von-Arco-Oberschule seinen Augen nicht. Am Heizhaus der Nauener Schule wehte in 20 Meter Höhe eine Hakenkreuzfahne. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde das NS-Symbol entfernt; die …
»Nationale Jugendarbeit«: das Beispiel Neuruppin
Nach der Wende war in Neuruppin eine rechtsorientierte Jugendkultur herangewachsen. Gruppen junger Männer machten Jagd auf Linke und AsylbewerberInnen, 1992 erschlugen Skinheads den Obdachlosen Emil Wendland. Die Stadtverwaltung reagierte und richtete mit dem Verein »Initiative …
Die »Bewegung Neue Ordnung«
Die NPD verlor damit ihre aktivsten Mitglieder und zwei Mandatsträger: Mario Schulz im Kreistag Prignitz und Matthias Wirth in der Stadt- verordneten- versammlung von Wittstock. Beide behielten nach dem Parteiaustritt ihr Mandat. Als Anlass für …
Demokratiefeindliche Bestrebungen konsequent bekämpfen
Sehr geehrte Damen und Herren, die Debatte um Rechts- extremismus, Ausländer- feindlichkeit und Gewalt in Deutschland ist in vollem Gange. Das ist gut so angesichts der Gefahr, die zur Zeit von rechts- extremistischem Gedankengut ausgeht. …
Die Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin
Sehr verehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, Herr General- staatsanwalt, meine Damen und Herren, ich begrüße sie recht herzlich in der Staats- anwaltschaft Neuruppin zur Vorstellung eines stark repressiv ausgerichteten Ansatzes zur …
R.W. – Ein »Unbelehrbarer«
R.W. wurde im Jahre 1986 geboren. Er wuchs ohne Geschwister und – obwohl sich seine Mutter, als R.W. zwei Jahre alt war, von seinem leiblichen Vater trennte – in einer stabilen Familie auf, insbesondere deshalb, …
Imbissbetriebe als Zielscheibe von Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremer Gewalt
In Brandenburg liegt der Ausländeranteil seit Jahren zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die meisten Zugewanderten leben in Potsdam, Cottbus und Frankfurt. Asyl- bewerberinnen und -bewerber sind oft am Rand von Kreisstädten untergebracht. So bleiben …
Störende Faktoren – Für demokratische Partizipation im ländlichen Raum
Ich bin mir unsicher, ob das, was an Besonderheiten für den ländlichen Raum zu beschreiben ist, als Störung bezeichnet werden sollte. Wir haben das Problem, dass die Situation und die Perspektiven des ländlichen Raums häufig …
Rheinsberg: Standortfaktor Rechtsextremismus
Die Rheinsberger Schlösser- und Seenlandschaft ist mit über einer halben Million BesucherInnen jährlich neben Potsdam und dem Spreewald das touristische Zentrum Brandenburgs. Die traditionelle Keramikmanufaktur, Lesungen im Tucholsky-Museum sowie das Opernfestival im Hof des Schlosses …